Hörbuch

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Hörprobe und Leseprobe vom Hörbuch „Bis Weihnachten ein Zuhause“

CD 1

1. DER TRAUM

CD1-01. Der Traum

ERZÄHLERBis Weihnachten ein Zuhause Hoerbuch

Ein roter Heißluftballon schwebte in dreitausend Meter Höhe über der Antarktis. Weit unten in der Tiefe schimmerte das ewige Eis, und in der Ferne glitzerten Gletscherberge in der Sonne.

Ein Pinguin stand mit seinen Watschelfüßen auf dem Rand des Ballonkorbes und hielt sich mit den Flügeln an den Seilen fest.

PINGUIN

„Ich fliege, ich fliege!“

ERZÄHLER

schnatterte er aufgeregt gegen den Wind. Neben dem Pinguin war ein Hund. Der Hund hieß Nami. Er sah den Ballonfahrer mit verliebten Augen an und dachte: ‚Wir sind die besten Freunde auf der ganzen Welt‘. Und der Mann streichelte ihn und sagte, als könne er die Gedanken des Hundes erraten.

FORSCHER

„Niemals würde ich dich weggeben. Wir bleiben immer zusammen und vertraut.“

 

2. IM TIERHEIM

CD1-02.a Im Tierheim

ERZÄHLER

Der Hund Nami bellte laut auf in seinem Traum, weil er so glücklich war. Dann wachte er auf, streckte alle Viere von sich und gähnte. Er lag auf dem kalten Boden einer Hundezelle im Tierheim. Sie war zwei Meter mal drei Meter groß, also ziemlich klein.

Der Mond schaute durch das kleine Fenster in die Zelle hinein. Nami, der schwarz-weiße Mischlingshund, betrachtete nachdenklich die Maus, die vor ihm saß und seine beste Freundin war.

Nach langem Schweigen sagte Nami:

NAMI

„Du, ich muss dir was sagen, was mir nicht leicht fällt.“

MAUS (haucht)

„Mir kannst du alles sagen.“

ERZÄHLER

Die Maus war sehr berührt, dass Nami ihr ein Geheimnis anvertrauen wollte.

NAMI

„Es wird der Tag kommen…“

ERZÄHLER

sagte Nami still und schob sanft mit der Pfote die Maus an seine Schnauze, dass es aussah, als wolle er ihr einen Kuss geben,

NAMI

„…da wirst du ohne mich sein.“

MAUS

„Niemals, ich bleibe immer bei dir!“

***

CD1-02.b Im Tierheim

NAMI (traurig)

„Weißt du noch, wie schön es ist, über Wiesen zu laufen, wie Blumen duften?“

FLOH (aufgeregt)

„Ja, das wäre schön. Wo ich gelebt habe, auf dem Bauernhof, da waren viele Wiesen.“

ERZÄHLER

Nami blickte weiter in die Ferne. Aufgeregt sprang Floh um ihn herum.

NAMI

„Mit ein bisschen Glück könnten wir einen finden.“

FLOH

„Was denn? Einen echten Bauernhof?“

NAMI

„Ja, einen Hof mit vielen Tieren.“

ERZÄHLER

Floh schaute ihn neugierig an.

FLOH

„Mit Enten?“

NAMI

„Ja“

FLOH

„Kaninchen auch?“

ERZÄHLER

fragte Floh. Und als Nami sagte:

NAMI

„Ja, auch mit Kühen und Pferden.“

ERZÄHLER

war Floh glücklich.

 

3. DER PLAN

CD1-03. Der Plan

NAMI (ernst)

„Machst du mit? Sag es mir bitte auf der Stelle. Ich möchte mich auf dich verlassen.“

FLOH (jubelnd)

„Das kannst du, das kannst du. Bitte verlasse dich auf mich.“

NAMI

„Treffen wir uns hier an diesem Baum, morgen vor Sonnenaufgang.“

FLOH

„Ja. Und Enten auch, soll so sein wie früher.“

ERZÄHLER

Die Enten gingen Floh einfach nicht aus dem Kopf.

NAMI

„Wie früher. Also vor Sonnenaufgang. Und verschlaf nicht.“

FLOH (protestierend)

„Nein, nie. Was denkst du von mir?“

NAMI

„Also abgemacht.“

ERZÄHLER

Beide Hunde gaben sich die Pfote wie zu einem Ehrenwort. Sie gingen dann auseinander, und Floh drehte sich noch einmal um, weil er sehr besorgt war:

FLOH

„Aber manche Bauern haben keine Enten mehr.“

NAMI (beruhigend)

„Wir suchen so lange, bis wir sie gefunden haben, deine Enten.“

 

5. DIE BEGEGNUNG MIT DEM ZIRKUSPFERD

CD1-05. Die Begegnung mit dem Zirkuspferd

ERZÄHLER

Nami lief in der aufgehenden Morgensonne einsame Wege entlang, zwischen gelben Rapsfeldern, die in der Sonne leuchteten. Es war ja ein guter Sommer. Er lief in den späten Nachmittag hinein, bis die Pfoten schmerzten und am Himmel Gewitterwolken aufzogen.

Plötzlich blieb Nami stehen und spitzte die Ohren. Was hörte er da? Ein Lied? Oh ja, gesungen von einer gewaltigen Stimme. Und das Lied drang immer lauter an seine Ohren.

ZIKUSPFERD

„Bin Clown, bin abgehaun, aus dem Zirkuszelt, bring Lachen in die Welt“

ERZÄHLER

Immer lauter wurde das Lied.

ZIRKUSPFERD

„Bin Clown, bin abgehaun, aus dem Zirkuszelt, bring Lachen in die Welt“. ERZÄHLER

Der gelbe Raps verdeckte Nami die Sicht. Erst da, wo die beiden Wege sich kreuzten, sah Nami, wer da sang.

Ein braunes Pferd zockelte des Weges daher, es trug ein Zirkuskostüm, eine silbern glänzende Jacke mit bunten Perlen bestickt. Auf dem Kopf wackelte ein alter Schlapphut mit Löchern, aus denen die Ohren herausschauten. Eine rote Krawatte wehte um seinen Hals. Kostbare Lackschuhe steckten an seinen Hufen, und ein junger Adler hockte auf dem Sattel. Beide waren guter Laune und sangen aus vollem Hals das Lied, das sich das Pferd ausgedacht hatte.

Sobald sie Nami entdeckten, wieherte das Zirkuspferd:

ZIRKUSPFERD

„Brrrr.“

ERZÄHLER

blieb brav stehen und verbeugte sich vor ihm:

ZIRKUSPFERD

„Wir dürfen uns vorstellen: Zweite Hauptattraktion nach den Tigern im Zirkus Brunelli, Clown, Spezialist für gute Laune, natürlich auch Künstler.“

 

6. AUF DEM BAUERNHOF

CD1-06. Auf dem Bauernhof

RENNPFERD

„Also ein Rennpferd bist du nicht, stimmt‘s? So wie ich.“

ERZÄHLER

Er meinte damit, dass das Zirkuspferd ein wenig dick war.

ZIRKUSPFERD

„Nein, ich arbeite im Zirkus. Bin Akrobat“

RENNPFERD

„Akro… was?“

ZIRKUSPFERD (geduldig)

„Akrobat! Ich springe durch Feuerreifen und balanciere Melonen auf dem Kopf. Und Bälle. Hilft auch, wenn man Kummer hat.“

RENNPFERD

„Ich habe keinen Kummer, mir geht‘s hier gut.“

ERZÄHLER

strahlte das Rennpferd und schaute freundlich.

ZIRKUSPFERD
„Probier es trotzdem mal!“

ERZÄHLER

Das Zirkuspferd lächelte, als es sah, wie das Rennpferd einen alten Lederball aus dem Heu wühlte.

RENNPFERD

„So schwer kann es ja nicht sein.“

ERZÄHLER

Schon schoss das Rennpferd den Ball gegen das Fenster, das mit lautem Krachen zersplitterte. Da wehten von draußen Stimmen herein, die Stimme vom Bauer und von einem Mann, der Pferde kauft.

MANN DER PFERDE KAUFT

„Hör mal zu, so geht das nicht! Seit Monaten zahlst du deine Pacht und auch das Futter nicht.“

 

8. DIE SCHIFFSFAHRT NACH KANADA

CD1-08. Die Schiffsfahrt nach Kanada

ERZÄHLER

Und dann tat er, was er sagte. Als spät in der Nacht der Koch mit einem Schnitzel in der Hand seine Kabine betrat und den schlafenden Hund betrachtete, der seine Augenlider hochzog und gegen das Licht blinzelte, setzte er sich zu ihm auf die Bettkante.

JOHANN

„Bin Johann, bin alt, gehe bald in Rente. Weißt du, ich hab ein Häuschen am Meer, nicht weit von Rotterdam. Kochen kann ich gut, was hältst du davon, morgens Ei mit Haferflocken, nachmittags Hackfleisch in Sahnesauce und abends Gemüse – mit Speck natürlich. Was hältst du davon, wir gehen zusammen in Rente und schauen über‘s Meer und lassen es uns gut gehen! Abgemacht?“

ERZÄHLER

Der Koch war voller Hoffnung, dass der Hund seinen Vorschlag annehmen würde. Aber der dachte an seinen besten Freund und stellte sich schlafend.

JOHANN (zärtlich)

„Lass dir Zeit mit dem Überlegen“

ERZÄHLER

Fürsorglich deckte Johann den Hund mit seiner Decke zu und kuschelte sich an ihn.

JOHANN

„Würde mich freuen“

ERZÄHLER

meinte er noch, schlief ein und schnarchte selig vor sich hin.

 

9. DIE KATZE IM HAFEN

CD1-09. Die Katze im Hafen

HAFENKATZE

„Nochmal: Pinguine keine, Eisbären ja.“

ERZÄHLER

Aber Nami gab nicht auf.

NAMI

„Warst du schon mal dort?“

ERZÄHLER

Die Katze schüttelte den Kopf, mit einer Verachtung, als wäre Reisen eine Schande.

NAMI (triumphierend)

„Eben, dann kannst du es auch nicht wissen.“

HAFENKATZE (zornig)

„Zum allerletzten Mal! In der Arktis gibt es Eisbären, und wo es Eisbären gibt, leben keine Pinguine. Wer was anderes sagt, spinnt!“

ERZÄHLER

Doch Nami ließ sich nicht abhalten, wartete weitere feuchtkalte Nächte auf ein Schiff und bestieg es dann, als es endlich im Hafen eingelaufen war. Er hörte nicht hin, als die Katze verächtlich fauchte,

HAFENKATZE

„Hunde…“

 

10. DIE ROBBE UND DER EISBÄR

CD1-10. Die Robbe und der Eisbär

ERZÄHLER

Nach der Karte zu urteilen, ist Nami in der Arktis an Land gegangen. Was er während der langen Fahrt auf dem Schiff der kanadischen Fisch-Fang-Flotte erlebt und gedacht hat, ist bislang nicht bekannt. Man vermutet, dass seine Stimmung zwischen brennender Ungeduld und nervender Langeweile schwankte.

In der Arktis blies kalte, klare Luft über das Eis. Die Sonne schien, gab aber keine Wärme ab. Eisfelsen standen an der Meeresküste.

Nami entdeckte eine Robbe, lief auf sie zu und rief von weitem:

NAMI

„Gibt‘s hier Eisbären?“

ROBBE (erschrocken)

„Wo? Bin froh, wenn ich keine sehe. Warum fragst du?“

NAMI

„Weil da, wo die sind, keine Pinguine sind, hab ich gehört.“

ROBBE (röhrt)

„Eisbären, haben wir hier, leider leider, weiter die Küste entlang. Pinguine? Wo? Bei uns?“

ERZÄHLER

Und die Robbe brüllte ihr Robbenlachen, das so klang, als hätte sie ständig Halsweh.

ROBBE (laut)

„Wir sind hier am Nordpol, mein Junge!“

 

11. AM ÄQUATOR – DER UNTERGANG

CD1-11. Am Äquator – Der Untergang

ERZÄHLER

Der Sturm war zu stark, der Motor des kleinen Rettungsbootes zu schwach. Sie erwischten ihn noch einmal und packten ihn am Fell. Doch er rutschte ihnen aus der Hand, und der Sturm riss sie weit auseinander. Einer der Segler schrie laut gegen den Wind an und versprach, dass er den Hund suchen werde, wenn der verdammte Sturm vorbei sei. Es war der Segler mit der Narbe an der Stirn. Er warf für Nami eine Schwimmweste auf das aufgewühlte Wasser. Daran klammerte sich Nami und trieb allein im Ozean.

Zwei Tage und eine furchtbar lange Nacht. Er hustete und spuckte das Salzwasser aus, das immer wieder über ihn kam, dachte, dass alles aus sei und er sein Leben hier im nachtschwarzen Wasser, das unendlich war und weiter als der Horizont reichte, aushauchen würde. Dass er seinen besten Freund nie mehr sehen würde, und das schmerzte ihn mehr als der Gedanke an einen baldigen Tod. So sind Hunde.

 

12. DER KLEINE ELEFANT

CD1-12. Der kleine Elefant

ERZÄHLER

Als es dunkel wurde und Sonne und Mond den Platz am Himmel tauschten, ein klarer Sternenhimmel aufleuchtete, legten sich Nami und der kleine Elefant zum Schlafen unter einen Baum. Der kleine Elefant kuschelte sich eng an Nami und legte seinen Rüssel zärtlich auf Namis Bauch:

KLEINER ELEFANT (lacht)

„Die Maus hatte tatsächlich Angst, dass ich ihr auf den Kopf treten könnte.“

NAMI (liebevoll)

„Das könnte dir nie passieren.“

KLEINER ELEFANT (trompetet)

„Nee. So klein bin ich nicht.“

ERZÄHLER

Wie von schwerer Sorge befreit, schmiegte sich der kleine Elefant noch enger an Nami und schloss die Augen. Nach einer Weile stupste er mit dem Rüssel Nami an.

KLEINER ELEFANT

„Schläfst du schon?“

ERZÄHLER

Und Nami, der schon beinahe eingeschlafen war, wachte wieder auf und meinte so im Halbschlaf:

NAMI

„Nein, bin noch wach.“

KLEINER ELEFANT (ängstlich)

„Bleibst du bei mir? Einen Freund hatte ich noch nie.“

NAMI

„Jetzt hast du einen.“

 

19. ANKUNFT IN DER ANTARKRTIS

CD1-19. Ankunft in der Antarktis

ERZÄHLER

Das Polarschiff legte in einer kleinen Hafenbucht an der weiten Eisküste der Antarktis an. Ein paar kleine bunte Häuser, sonst gab es nichts.

Nami sprang an Land und lief los. Zwei Matrosen an der Reling winkten ihm nach.

MATROSE 1

„Wo will der hin?“

MATROSE 2

„Ach, lass ihn. Schau mal, dahinten, vor der Südspitze liegt das Wrack mit dem Schatz. Ein Tauchgang, und du bist so reich wie die Königin von England.“

MATROSE 1

„Aber wir fahren noch heute zurück. Befehl vom Käpt’n.“

MATROSE 2 (resignierend)

„Dann halt im nächsten Jahr.“

MATROSE 1 und MATROSE 2 (singend)

„Oh wie gut, dass niemand weiß, unser Schatz, der liegt im Eis.“

 

21. BEGEGNUNG MIT EINEM FORSCHER

CD1-21. Begegnung mit einem Forscher

FORSCHER (stolz)

„Na, gefällt dir der Ballon? Neuestes Modell, vier Meter Steigen in der Sekunde, Tragfähigkeit: Fünf Personen. Und? Schon mal geflogen?“

ERZÄHLER

Nami bellte vor Freude auf und rannte davon. Der Forscher sah ihm fragend nach und rief voller Erstaunen:

FORSCHER

„Was soll das? Ich wollte dich zum Fliegen eingeladen.“

ERZÄHLER

Nami lief unbeirrt weiter. Sekunden später stand er vor dem Eingang des kleinen Iglus, in dem der Pinguin immer noch schlief.

NAMI

„Aufwachen und rauskommen!“

ERZÄHLER

Der Pinguin gähnte und fragte im Halbschlaf:

PINGUIN

„Was ist denn?“

NAMI

„Komm raus! Überraschung“.

ERZÄHLER

Da trat der Pinguin aus dem Iglu und blinzelte in die Sonne. Als er die Station und den Heißluftballon sah, rief er begeistert:

PINGUIN

„Uuuiiiihh!“

ERZÄHLER

Der Forscher war mit den letzten Flugvorbereitungen beschäftigt, als Nami wieder bei ihm war. Neben ihm watschelte der Pinguin, der aufgeregt vor sich hin schnatterte. Sobald der Forscher sie sah, grinste er:

FORSCHER

„Ah, hast dir Verstärkung geholt!“

ERZÄHLER

Er hielt ihnen die kleine Korbtür auf und machte eine einladende Geste.

FORSCHER

„Dann mal hereinspaziert, die Herrschaften!“

ERZÄHLER

Nami und der Pinguin stiegen ein, und der Forscher zündete den Brenner.

 

CD 2

 

1.  DIE SCHATZSUCHE

CD2-01.a Die Schatzsuche

NAMI und PINGUIN (rufen gleichzeitig)

„Pooooahhh!“

ERZÄHLER

riefen Nami und der Pinguin, als sie sich über die Truhe beugten. Die prächtigsten Edelsteine, die schönsten Perlen und die wertvollsten Goldmünzen funkelten ihnen entgegen.

Der Pinguin griff in die Schatztruhe und hängte sich so viele Goldketten wie möglich um den Hals.

NAMI (anerkennend)

„Steht dir wirklich gut.“

ERZÄHLER

Und der Pinguin drückte mit den Flügeln den Deckel der Kiste zu, bis er krachend ins Schloss fiel.

PINGUIN

„Dann mal Abtransport! Die anderen werden staunen.“

ERZÄHLER

Er gab sein Bestes. Er stemmte sich mit seinen Flügeln gegen die Truhe und stöhnte vor Anstrengung. Aber die Kiste bewegte sich keinen Millimeter.

NAMI

„Zu zweit geht’s besser.“

ERZÄHLER

befand Nami und fasste die Truhe mit der Schnauze am Griff und zerrte, rückwärts gehend, die Kiste hinter sich her.

Der Pinguin half mit, indem er die Kiste nach vorne schubste und rhythmisch seinen Bauch und den Po einsetzte. Dabei hatte er einen großen Spaß.

PINGUIN (singt)

„Hurra, Gold ist da!“

ERZÄHLER

Es ging um eine Gletscherspalte herum und über eine kleine Schneekuppe. Doch als Nami für eine Sekunde den Griff der Schatztruhe aus dem Gebiss verlor, war das Unglück schon geschehen: Die Kiste kam ins Rutschen und glitt auf ein Eisloch zu. Der Pinguin schrie entsetzt auf. Aber Schreien hat noch nie geholfen. Nami hetzte der Kiste hinterher, konnte aber ihr weiteres Abrutschen nicht verhindern. Und beide sahen zu, wie die wertvolle Truhe mit einem Platscher im kaltblauen Wasser verschwand.

***

CD2-01.b Die Schatzsuche

In diesem Moment tauchte der Hubschrauber auf. Sobald er gelandet war, ging alles schnell: Die Pinguine wurden an Bord gebracht, dann Nami. Als letzter stieg der Forscher ein. Und schon war der Hubschrauber wieder in der Luft und schwebte davon, mitten ins schlechte Wetter hinein.

Schneewolken trieben über das Eis, als der Hubschrauber neben der Forschungsstation landete. Beim Aussteigen konnte man nur ein paar Meter weit sehen. Die Station schimmerte dunkel durch den Nebel.

Der Forscher schaufelte Schnee beiseite, bis er endlich die Tür aufbekam. Er dachte, dass bei dem Sauwetter kein Mensch einen Hund vor der Tür ließ und bat Nami herein, und mit Blick auf die sechs Pinguine sagte er:

FORSCHER

„Na, kommt auch rein.“

ERZÄHLER

Dann waren alle in der guten Stube der Forschungsstation versammelt. Während der Forscher den alten Kanonenofen einheizte, fiel Namis Blick auf einen Zeitungsausschnitt in einem silbernen Bilderrahmen, eine Todesanzeige. Auf dem Bild der Todesanzeige war ein Polarforscher zu sehen, der neben Pinguinen stand. Sein Gesicht war vom Fell seiner Kapuze umrahmt, und an seinem Bart hingen kleine Eiszapfen. Der Forscher legte einen Holzscheit ins Feuer.

FORSCHER

„Das war ein Freund von mir, verunglückt vor zwei Jahren. Er mochte auch gern Hunde, hat viel von Hunden erzählt, hatte wohl selbst einen. Er ist ein guter Mensch gewesen.“

ERZÄHLER

Augenblicklich überfiel den Hund ein Weinkrampf, bittere Tränen quollen aus seinen Augen. Der Forscher wollte ihn noch trösten, da jagte der Hund zur Haustür hinaus. ‚Alleine sein‘, hämmerte es in seinen Kopf, ‚alleine sein‘, und er legte sich im Schneetreiben irgendwohin. Nami spürte nicht mal, wie kalt es war. ‚Er lebt nicht mehr, verunglückt vor zwei Jahren, deshalb konnte er nicht kommen und mich abholen‘, schlug ihm das Herz gegen den Hals. Wie grausam die Wahrheit sein kann. Und er heulte und zitterte vor Kälte und vor Trauer und lag da im Schnee, der in dicken Flocken auf ihn einschwebte und allmählich begrub.

Da kam der Pinguin zu ihm, stupste ihn mit seinen Watschelfüßen an und sagte still:

PINGUIN

„Steh auf! Du wirst krank, wenn du liegen bleibst.“

3. DIE GESCHICHTE VON NAMIS LIEBESABENTEUER

CD2-03. Die Geschichte von Namis Liebesabenteuer

ERZÄHLER

Was war passiert? Nami hatte sich verliebt, vor einigen Tagen beim Umsteigen in Argentinien oder Uruguay. Er irrte in einem Seehafen umher. Er fühlte sich allein, und viele Sorgen waren bei ihm. Zum Beispiel die Sorge um eine Schiffspassage heim nach Deutschland. Verliebt hatte er sich in eine Hündin mit wild zerzaustem Langhaar. Hunderasse unbekannt, aber das ist ja auch nicht wichtig.

Sie stand plötzlich vor ihm, umschmuste ihn und seufzte:

HÜNDIN

„Oh, bist du süß.“

ERZÄHLER

Wie schön sie war, noch immer klopfte Nami das Herz, wenn er an sie dachte. Sie sind tagelang herum gezogen, haben herum getollt, Verstecken gespielt, Fressen vergessen. Gibt es etwas Schöneres als verliebt zu sein?

Im Park sich schupsen und sich über Wiesen wälzen, sich übers Maul schlecken, das war der Himmel auf Erden. Sie umsprang ihn mit fröhlichem Bellen, hüpfend und tänzelnd. Sie sprang ihn im vollen Lauf an, dass Nami zu Boden ging und einen Salto schlug.

Wie ihre Augen leuchteten und ihre feuchte Nase glänzte! Sie wollte Nami ihrem Rudel vorstellen, das waren freilaufende, wilde Hunde.

HÜNDIN

„Sie werden dich mögen. Ich muss sie fragen, warte hier auf mich.“

ERZÄHLER

rief sie im Davonlaufen. Nami hatte so seine Zweifel. Man weiß ja, wie problematisch Hunde werden können, besonders bei Besuch und Überraschungen. Aber seine Zweifel würde Nami ihr niemals zeigen. Freude ist das Wichtigste im Leben, da darf man niemanden behindern.

 

5. DIE BEGEGNUNG MIT DEM LUCHS

CD2-05. Die Begegnung mit dem Luchs

ERZÄHLER

Es war 5 Uhr frühmorgens in der Stadt an den Alpen. Mit zaghaftem Licht begann die Nacht, sich in den Tag zu verwandeln. Noch herrschte Stille vor dem Ansturm des Tages. Ein Reinigungsfahrzeug der Stadtverwaltung fuhr im Schrittempo durch eine Straße der Altstadt und spritzte mit einem Wasserstrahl den Bürgersteig ab. Der Wasserstrahl erfasste einen Pappkarton, der durch den Wasserdruck gegen eine Laterne geschoben wurde und dann pitschnass war. Der Deckel hob sich, und die Schnauze von Nami erschien.

Er hüpfte aus dem Karton, in dem er die Nacht zugebracht hatte und schüttelte sich das Wasser aus dem Fell. Schöner Schreck in der Morgenstunde. Doch der zweite Schreck folgte sogleich. Vor Nami stand plötzlich ein junger, weißer Luchs. Nami traute seinen Augen nicht.

NAMI

“Träum ich, obwohl ich wach bin? Ein Luchs?“

WEISSER LUCHS (stolz)

„Klar ein Luchs, sieht doch jeder.“

ERZÄHLER

Nami blickte sich ängstlich um, ob jemand sie sehen konnte.

NAMI (aufgeregt)

„Spinnst du? Du kannst hier nicht einfach herumspazieren!“

WEISSER LUCHS (faucht)

„Und wieso nicht?“

NAMI

„Zu gefährlich.“

ERZÄHLER

Nami nahm sich vor, ruhig zu bleiben. Aber ob es gelingt, weiß man nie.

 

6. DER BESUCH IM ZOO MIT DEM LUCHS

CD2-06. Der Besuch im Zoo

ERZÄHLER

Sie gingen durch das Eingangstor, auf dem die Aufschrift ‚ZOO‘ zu lesen war. Der weiße Luchs musterte all die Tiere, sprach nicht viel und achtete darauf, dass sein Jagdinstinkt nicht mit ihm durchging.

Als sie vor dem Gehege der Luchse ankamen, musterte der weiße Luchs die Gitterstäbe, lief vor dem Gitter auf und ab und suchte den Eingang, um zu den Luchsen zu gelangen.

WEISSER LUCHS

„Habt ihr Angst? Spielt ihr hier Verstecken?“

ALTER LUCHS

„Wir verstecken uns nicht.“

ERZÄHLER

sagte ein alter Luchs mit gelangweilter Stimme, der faul in einer Ecke lag.

WEISSER LUCHS (faucht)

„Dann macht keinen Quatsch und kommt raus!“

ERZÄHLER

fauchte der weiße Luchs und lief weiter an den Gitterstäben entlang, während die Luchse auf der anderen Seite ihm folgten. “Wie denn?“, fragte einer von ihnen.

WEISSER LUCHS (bestimmt)

„Dann komm ich halt rein!“

JUNGER LUCHS

“Du kommst nicht rein, weil wir nicht rauskommen.“

ERZÄHLER

belehrte ein junger Luchs, der seine Schnauze durch die Gitter zwängte. Als der weiße Luchs verstand, dass die Luchse hier im Zoo wie in einem Gefängnis lebten, fragte er listig:

WEISSER LUCHS

„Schön habt ihr es hier. Gefällt es euch?

LUCHSE (mehrere, gleichzeitig)

“Nein!“

WEISSER LUCHS

„Ja, aber, wie …?“

ERZÄHLER

Der weiße Luchs konnte einfach nicht mehr klar denken.

WEISSER LUCHS

„Wie haltet ihr das aus?“

ALTER LUCHS

„Wir warten auf den Abend, und dann warten wir auf den Morgen.“

 

7. WIEDERSEHEN MIT DEM ADLER

CD2-07. Wiedersehen mit dem Adler

ERZÄHLER

Die Schneeberge leuchteten in der Ferne, und die beiden zogen stetig höher über Wiesen und Almen.

WEISSER LUCHS (schwärmt)

“Wäre schön, hier zu leben.“

ERZÄHLER

Da hörten sie einen Aufschrei aus der Luft:

ADLER

„Hey, hey, Nami!“

ERZÄHLER

Und ein Adler stürzte sich vom Himmel herab, umflog Nami in voller Spannweite.

ADLER

„Kennst du mich noch? Ich bin es! Der Freund vom Zirkuspferd. (krächzend) „Bin Clown, bin abgehauen, aus dem Zirkuszelt, bringe Lachen auf die Welt.“ Erinnerst du dich? – Da lebe ich immer noch, auf dem Bauernhof, bei all meinen Freunden.“

NAMI (neidisch)

„Dann geht es dir ja richtig gut.“

ADLER (betrübt)

„Leider nein.“

ERZÄHLER

Sobald der Adler gelandet war, wich ihm die Wiedersehensfreude aus seinem Gesicht.

ADLER

„Ich bin verliebt.“

NAMI (verwundert)

„Warum so traurig? Freu dich doch!“

ADLER (jammert)

„Aber sie weiß es nicht!“

 

8. DIE GRUPPE DER LUCHSE

CD2-08. Die Gruppe der Luchse

ERZÄHLER

Unter Latschenkiefern haben Nami und der weiße Luchs einen Platz für die Nacht gefunden. In der Ferne sah man ein kleines Bergdorf. Es wurde dunkel, die ersten Sterne funkelten. Der weiße Luchs hielt die Lippen fest gepresst, sein Blick lag in der Ferne. Auch Nami schwieg. Manchmal ist es besser, man schweigt einfach mit, wenn man trösten will und nicht weiß, was man sagen soll.

WEISSER LUCHS (still)

„Das Schlimmste ist die Schande.“

NAMI

„Welche Schande?“

WEISSER LUCHS

„Weil ich geweint habe.“

NAMI (verwundert)

„Und was soll daran so schlimm sein?“

WEISSER LUCHS (stammelt)

„Weil wir nie weinen. Weil wir Luchse nie sagen, wie es uns geht. Uns geht´s immer gut!“

 

10. ADLER UND SCHAFE

CD2-10. Adler und Schafe

ERZÄHLER

In diesem Moment landete der Adler.

NAMI (neugierig)

„Darf man gratulieren? Hast du ihr Komplimente gemacht?“

ERZÄHLER

Verlegen scharrte der Adler mit einem Fuß in der Erde und schüttelte betrübt den Kopf. Dann hüpfte der Adler aufgeregt am Boden herum.

ADLER

„Und als ich sie vor mir sah, Nami, gingen plötzlich meine Beine nicht mehr. Und als ich zu ihr hinfliegen wollte, kuck mal, bewegten sich meine Flügel nicht. Und mein Herz war laut, dass sie es bestimmt gehört hat.“

ERZÄHLER

Nami wollte etwas sagen, kam aber gegen den Redefluss des Adlers nicht an.

ADLER

„Luft bekam ich auch keine, und dann wollte ich „Hallo“ rufen. Ging auch nicht. Ich mach’s dir mal vor. (krächzt) „Kkrrcchh, kkrrcchh. (seufzt) Mehr kam nicht raus.“

WEISSER LUCHS

„Ich würde ihr verliebt über’s Gesicht schlecken. Basta.“

ERZÄHLER

Der weiße Luchs sprang auf den Adler zu, der wiederum in Angriffshaltung auf den weißen Luchs losstürmte.

ADLER

„Hab ich dir nicht gesagt, halt dich da raus!“

NAMI (bestimmt)

„Nicht streiten! Wir suchen Schafe!“

 

12. DAS RENNPFERD

CD2-12. Das Rennpferd

ERZÄHLER

Und dann kam es, wie es kommen musste. Wenig später stand das Rennpferd oben auf dem Pferdetransporter, festgezurrt mit Seilen. Es riss mit dem Kopf am Strick, und als es merkte, dass ein Wehren unmöglich war, flehte es Nami an:

RENNPFERD

„Hilf mir! Bleib und hilf mir!“

ERZÄHLER

Es schrie so laut auf, dass die dicke Kuh sich von der Aufregung anstecken ließ und noch lauter zu Nami schrie, so laut, dass selbst das Rennpferd sich erschrak:

DICKE KUH

“So hilf doch! Lass dir was einfallen!“

ERZÄHLER

Und dann atmete sie mit einem großen Stöhner ihre Aufregung aus und sagte still:

DICKE KUH

„Bitte.“

ERZÄHLER

Alles Bangen und Flehen war umsonst. Das Rennpferd schlug mit den Hufen wild um sich, während der Pferdetransporter wegfuhr.

Aber der neue Besitzer hatte kein Glück mit seinem Kauf. Die Sehnsucht des Rennpferdes nach seiner Heimat und seinen Freunden war zu groß. Es ist einfach abgehauen, immer wieder, und immer wurde es mit dem Transporter zurück geholt und immer wieder eingesperrt.

Und bei seinem letzten Ausbruch hatte das Rennpferd die hölzerne Stalltür zerschlagen, mit den Hinterbeinen so lange und so heftig ausgeschlagen, dass sie aus den Angeln flog. Dabei hatte es getobt:

RENNPFERD

„Lasst mich leben, wie ich will. Und wo ich will!“

ERZÄHLER

Und so schnell es konnte, lief es zum Bauernhof zurück und schmuste seine Freunde ab.

RENNPFERD

„Da bin ich wieder, endlich daheim.“

 

13. DER ROTE LASTER

CD2-13.a Der rote Laster

ERZÄHLER

Alle Tiere feierten eine Wiedersehensparty. Das Rennpferd war zurück, Nami war zurück. Wie schön das Leben sein kann, von einer Sekunde zur anderen. Es war eine wunderbare Party: Herumtollen, Versteckspielen, Quatsch machen.

Und da sah Nami einen roten Lastwagen, der in der Ferne einen Waldweg entlang fuhr, Richtung Tannenwald. Er hatte gleich ein komisches Gefühl. Und während er noch seine Feierlaune behalten wollte, wurde das komische Gefühl immer stärker. Was hatte es mit dem roten Laster bloß auf sich? Warum ging er ihm nicht mehr aus dem Sinn?

Die Feierlaune verflog, und Nami war es plötzlich danach, früh schlafen zu gehen.

***

CD2-13.b Der rote Laster

Nami lief ein paar hundert Meter weit durch den Tannenwald, da sah er ihn, seinen besten Freund, dem seine ganze Sehnsucht galt. Er sah ihn zwischen den Bäumen, wie er Tannenbäume auf einen roten Laster lud. Nami sprintete sofort los, da fiel die Fahrertür mit lautem Scheppern ins Schloss, und der Motor des roten Lasters startete. Der alte Klapperlaster fuhr los, Nami war fast heran und hetzte hinterher. Aber schneller als man kann, geht nicht, der rote Laster war bald weit weg, und man hörte den lärmenden Motor nicht mehr. Nami gab auf, die Pfoten bluteten, sein Herzschlag donnerte in seinem Kopf.

Auf dem Weg zurück zum Bauernhof war Nami überglücklich. „Er lebt, er lebt!“, bellte er, „und ist nicht tot.“

Und dann überfiel ihn ein Schreck bei allem Glück. Wie sagt er es den anderen, dass er wieder fort muss, und wenn er Glück hat, für immer?

 

14. DER JUNGE IN DER STADT AN DEN ALPEN

CD2-14. Der Junge in der Stadt an den Alpen

ERZÄHLER

Und so lief Nami mit dem Bamm ausgelassen über das Eis, und beide vergaßen die Zeit. Rennen, Anlauf nehmen und schliddern, auch mal hinfallen, auch mal Popo rutschen, fröhliches Lachen, fröhliches Bellen.

Dann ein Knall, ein Schrei von Bamm, das Eis splitterte mit lautem Krachen, und Bamm brach ins eiskalte Wasser ein. Nami erwischte ihn in letzter Sekunde am Kragen, der Junge schlug wild um sich, so dass er Namis Maul entglitt. Mehrfach schnappte Nami in höchster Not nach ihm und schaffte es endlich, den Jungen aus dem Wasser zu ziehen.

Sofort kamen die Eltern herbei geeilt. Sie waren ängstlich und überglücklich zugleich. Sie nahmen ihren Jungen in die Arme, wickelten ihn in einen Mantel und trugen ihn davon. Zum Abschied lächelte er Nami zu, mit so einem frechen Grinsen, dass es dem Hund ganz warm ums Herz wurde.

Der nächste Tag verlief nach dem gleichen Schema: Suche aufnehmen, umherlaufen, tausend Gerüche, tausend Menschen. Hoffnung am Morgen, Enttäuschung am Abend.

 

15. WIEDERSEHEN MIT DEM BESTEN FREUND

CD2-15. Wiedersehen mit dem besten Freund

ERZÄHLER

Er sah den roten Laster nicht, die Tannenbäume nicht, er hatte noch nicht mal den Geruch in der Nase, den Geruch vom roten Laster, von den Tannenbäumen und auch von ihm, seinem besten Freund, nicht, und doch flog der Gedanke wie ein Stromschlag heftig durch seinen Körper: Ich habe ihn gefunden. Ich bin bei ihm!

Er jaulte auf, ein Schrei, wie es noch niemand auf der Welt von einem Hund gehört hatte, er winselte, er umsprang sich selbst, er bellte die Trauer des Abschieds, die Einsamkeit der zwei Jahre im Tierheim, die Wut auf das Schicksal, die Anspannung der Suche, die Wucht des Glücksgefühls aus sich heraus. Und seine Stimme überschlug sich.

Ein paar Schritte, und da sah er ihn, seine gute Statur, sein gutes Gesicht, kaum älter geworden, aber beim zweiten Hinsehen sah er die leicht krumme Haltung.

 

16. DER WEG INS GLÜCK

CD2-16. Der Weg ins Glück

ERZÄHLER

Sie gingen dann weiter. Ab und an streichelte  der beste Freund seinen Hund und kraulte ihm die Ohren, wie er es früher immer getan hat. Im Gehen schwiegen sie die meiste Zeit und warfen sich liebevolle Blicke zu.

Als die Dunkelheit hereinkam, liefen sie durch ein Dorf am Ende der Moorlandschaft mit den vielen Heuschobern. Sterne leuchteten ihnen den Weg.

Die Fenster der Höfe waren von Kerzenschein erleuchtet. Feierliche Musik wehte zu ihnen herüber. Es war Heilig Abend, der 24. Dezember. Sie hörten ein weihnachtliches Lied über ewige Liebe und summten und sangen das Lied mit, während sie über weite Wege zu den Bergen gingen, in denen Hütten mit ruhigen schweren Räumen standen, die die ganze Zeit auf sie gewartet haben.

Ach, Ihr glaubt nicht, dass Hunde singen können? Doch, wenn sie ganz besonders glücklich sind.

ENDE

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Hier gehtes zum Making of Video “Bis Weihnachten ein Zuhause” (Namis Traum)